„Wie werde ich meine Ängste endlich los?“ – Warum genau diese Denkweise dafür sorgt, dass Deine Ängste niemals verschwinden werden

„Wie werde ich meine Ängste endlich los?“ – Warum genau diese Denkweise dafür sorgt, dass Deine Ängste niemals verschwinden werden

Sicherlich kennst du das Gefühl dieser inneren Unruhe – diesem inneren Unwohlsein, entweder, weil eine bestimmte Situation ansteht oder einfach so. Vielleicht, weil dir gerade einfach alles zu viel wird und du nicht weißt, wo dir der Kopf steht. Neigst du zum Sorgen machen oder zu Ängsten und Zwängen, sind diese in solchen Phasen oder Momenten besonders ausgeprägt.

Naheliegend also, dass dein Ziel „Ängste loswerden“ lautet. Alles würdest du tun, um nur nicht mehr unter diesen schrecklichen Ängsten leiden zu müssen. Um diese nervigen Sorgen loszuwerden. Um endlich mal den gegenwärtigen Moment genießen zu können, ohne ständig an schlimme Dinge zu denken, die passieren könnten.

Vielleicht bist du auch genau aus diesem Grund auf meinen Blog gestoßen: Du möchtest endlich deine Ängste verabschieden und sie am liebsten nie wieder sehen. Lies in diesem Beitrag, warum diese Zielsetzung nicht funktionieren wird – und was du stattdessen tun kannst.

Durch das Lenken der Aufmerksamkeit auf Deine Ängste werden dieser nur noch stärker

Wie sollen deine Ängste jemals verschwinden, wenn du deine gesamte Aufmerksamkeit auf sie richtest? Leidest du beispielsweise unter Redeangst, neigst du vermutlich dazu, deine Aufmerksamkeit auf dein Inneres zu richten, wenn ein Vortrag bevorsteht. Du achtest auf deine innere Unruhe, dein Zittern, hoffst, nicht rot zu werden oder ähnliches.

Anstatt deine Aufmerksamkeit von deinen Ängsten wegzulenken, suhlst du dich so richtig in ihnen. Du bemitleidest dich selbst, erzählst vielleicht anderen, dass du Sache X nicht kannst, weil du zu unsicher dafür bist. Wahrscheinlich ist, dass du Situationen oder Dinge meidest, vor denen du Angst hast. Deine Angst ist so stark geworden, dass du nur noch darüber nachdenkst, wie du ihr am besten aus dem Weg gehen kannst.

Genau durch dieses Vermeiden wird deine Angst jedoch immer mehr zum Fokus deiner Aufmerksamkeit. Du bist jene Person, die „einfach kein Talent zum Vortragen“ hat, die „Angst vor Spinnen“ hat oder, die „lieber nicht weit weg reist wegen Flugangst“. Du richtest mehr und mehr deinen Alltag nach deinen Ängsten und vielleicht fällt es dir zunächst nicht mal auf, wie sehr du eigentlich negativ dadurch beeinflusst wirst.

Nun scheinst du jedoch beim nächsten Schritt angekommen zu sein: Du hast festgestellt, wie belastend deine Ängste sind und möchtest sie nun überwinden. Du liest Bücher und Blogs und besuchst vielleicht sogar Seminare mit dem Ziel, „endlich deine Ängste loszuwerden“. Aber hinterfrage deine Zielsetzung einmal: Wie sollst du je deine Ängste loswerden, wenn du sie zum Mittelpunkt deines Lebens machst? Wenn du deine gesamte Aufmerksamkeit auf sie richtest?

Stattdessen: Akzeptanz als erster Schritt

Es ist zwar gut, dass du festgestellt hast, dass deine Ängste dich belasten und du etwas dagegen tun möchtest. Aber „etwas dagegen tun“ beginnst ironischerweise genau damit, deine Ängste als allererstes vollkommen zu akzeptieren, wie sie sind.

Wenn du deine Ängste akzeptierst, verlieren sie jegliche Relevanz. Du hast vielleicht Angst vor Vorträgen, vor der Zukunft oder vor Spinnen. Aber was, wenn dir das egal ist? Ja, du hast diese Angst jetzt. Sie ist da und jetzt, genau in diesem Moment, kannst du nichts dagegen tun. Du hast im Laufe deines Lebens gelernt, vor bestimmten Dingen Angst zu haben – und Angst ist zunächst eine völlig normale und natürliche körperliche Reaktion.

Durch die Akzeptanz deiner Ängste lernst du, dass sie momentan einfach zu dir gehören. So beginnst du, sie hinzunehmen und die Aufmerksamkeit weniger stark auf sie zu lenken. Sie sind momentan nun einmal da und das ist auch okay so. Statt diesem Selbsthass, der möglicherweise entsteht, wenn deine Angst mal wieder aufkommt, entwickelst du eine Akzeptanz für deine Gefühle.

Auf Dein Bauchgefühl hören und GENAU DAS tun, bei dem Dein Angstgefühl aufkommt

Leider reicht die einfache Akzeptanz deiner Ängste vermutlich nicht aus, damit sie verschwinden. Wenn du im Alltag feststellst, dass dein Angstgefühl aufkommt, ist es an der Zeit, dich genau diesen Situationen oder Dingen zu stellen.

Fühlst du dich unwohl dabei, neue Menschen kennenzulernen? Fürchtest du dich vor Spinnen? Hast du Angst vor dem bevorstehenden Vortrag? Das Schlimmste, was du tun kannst, ist, diese Dinge zu meiden. Du musst ja nicht sofort mit deiner stärksten Angst beginnen: Beginne vielleicht zunächst mit etwas, vor dem du ein leichtes Unwohlsein verspürst und steigere dich nach und nach.

Formuliere dein Ziel um: Anstatt als Ziel zu haben, deine Ängste loszuwerden, setze dir das Ziel, Dinge trotz Angst zu tun. Ironischerweise werden deine Ängste genau dadurch reduziert – aber das ist nicht das, was im Vordergrund stehen sollte.

Hast du einmal damit begonnen, genau die Dinge zu tun, vor denen du dich fürchtest, öffnet sich eine völlig neue Welt für dich. Eine Welt voller Motivation, eine Welt, in der dir alle Türen offen stehen. Nichts kann dir etwas anhaben: Ja, du hast Angst. Aber was zählt diese Angst noch, wenn du trotzdem all das tust, was du willst?

„Spüre die Angst und wage es trotzdem!“

Sarah

Ich bin Sarah und Psychologin (B. Sc.). Derzeit mache ich zudem meinen Master in Positiver Psychologie. Auf meinem Blog gebe ich Dir Denkanstöße dafür, wie Du Deine Ängste überwinden, mehr entspannen und Dich persönlich weiterentwickeln kannst.

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