Nimm Deine Angst an!

Nimm Deine Angst an!

Ängste können sehr hinderlich sein. Sie können uns davon abhalten, die Dinge zu tun, von denen wir träumen. Wir treten oft nicht aus unserer Komfortzone heraus, weil die Angst uns daran hindert. Schwierig also, seine Ängste zu akzeptieren, wie sie sind. Wir wollen sie doch eigentlich loswerden.

Es ist ja gut, dass du gemerkt hast, dass deine Ängste dich einengen. Dich vielleicht in deinem Alltag oder deiner Selbstverwirklichung einschränken. Einsicht ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Trotzdem ist es nicht gerade hilfreich, sich ständig seine Ängste und Schwächen, die man damit verbindet, vor Augen zu halten. Oft sorgt man so dafür, dass man sich selbst nur noch weniger wertschätzt, bemitleidet oder sonst wie herunterzieht.

Die Angst darf dein ständiger Begleiter sein

Wie wäre es also, wenn du deine Ängste fürs Erste einfach annimmst? So akzeptierst, wie sie sind? Vielleicht hast du Angst davor, neue Leute kennenzulernen, komisch zu wirken, Angst vor Spinnen, Angst davor, Vorträge zu halten, Angst vor dem Telefonieren… na und? Angst ist das Normalste der Welt. Jeder Mensch erlebt Angst – manche Menschen mehr, manche weniger. Daher ist niemand besonders, weil er Angst erlebt. Höre daher auf, dich über deine Angst zu definieren.

Jacko Wusch hat mir in ihrem Podcast interessante Denkanstöße gegeben. Sie hat ein Beispiel der Autorin Elizabeth Gilbert genannt, die gesagt hat, dass „die Angst mit im Auto sitzen, aber nicht die Steuerung übernehmen darf“.

Wenn du also das nächste Mal etwas tust, vor dem du dich fürchtest: Versuche nicht, die Angst zu bekämpfen. Die Angst darf dabei sein. Setze sie bildlich gesprochen auf den Rücksitz deines Autos und schnalle sie an, sodass sie nicht die Steuerung übernehmen (aber mitfahren) kann.

Es ist also völlig okay, Angst zu haben. Das Normalste der Welt. Wie gesagt: Jeder Mensch, sogar fast alle anderen Lebewesen, erleben Angst. Du bist vielleicht jemand, der Angst im erhöhten Ausmaß erlebt. Dein Körper hat das Gefühl, sich durch bestimmte Reize bedroht zu fühlen und reagiert unfreiwillig mit Angst. Und das ist okay. Akzeptiere es.

Warum du deine Ängste akzeptieren solltest

Letztendlich ist der einzige Weg, deine Ängste zu überwinden, dich ihnen zu stellen. Das kann in der Vorstellung, aber vor allem auch in der Realität sein. Immer und immer wieder wagst du etwas, vor dem du Angst hast, bis du mehr und mehr feststellst, dass deine erwarteten Bedrohungen so nicht eintreffen. Du lernst also um, indem du feststellst, dass ein bestimmter Reiz (wie eine Spinne) nicht zwingend zu einer bestimmten Reaktion (Angst) führen muss.

Momentan, jetzt in diesem Moment, ist die Angst aber da. Und solange du dich noch nicht neu konditioniert hast, kannst du auch nichts dagegen tun. Wieso solltest du dich also damit quälen, die Angst zwanghaft unterdrücken zu wollen?

Du hast also die Wahl: Entweder quälst du dich mit deiner Angst und hältst dir immer wieder vor Augen, wie schlimm sie doch ist und wie sehr sie dich in deinem Alltag beeinträchtigt. Oder du nimmst sie einfach an. Du hältst dir vor Augen, dass sie das Normalste der Welt ist und du dir bestimmte Reaktionen „beigebracht“ hast. In deinem jetzigen Zustand musst du quasi mit Angst reagieren.

Dinge trotz Angst tun

Wenn du am Punkt der Akzeptanz angekommen bist, wirst du dich bereit dafür fühlen, Dinge trotz Angst zu tun. Und das ist ein wichtiger Schritt, der dir dabei helfen wird, deine Ängste zu reduzieren oder sogar völlig zu überwinden – ganz automatisch, sobald du dich traust, Dinge trotz deiner Angst zu tun.

Natürlich gibt es verschiedene Hilfsmittel und Wege, wie du es dir noch leichter machen kannst. Beispielsweise, indem du Entspannungsmethoden erlernst und so alle Situationen etwas lockerer angehen kannst. Oder, indem du eine Angsthierarchie erstellst und so vermeidest, dich zu überfordern. Das heißt, dass du vielleicht erst einmal beginnst, Situationen trotz geringer Angst zu tun. Und dann trotz „mittlerer“ Angst. Und dann trotz größerer Angst. So lernst du Schritt für Schritt, deine Ängste loszuwerden.

Der erste Schritt ist aber Akzeptanz. Nimm deine Ängste an, und du wirst merken, wie es dir leichter fällt, Dinge zu tun, obwohl du Angst hast. Die Angst wird nicht mehr der Mittelpunkt deines Lebens sein, sondern ein stiller Begleiter, der auch dabei sein darf. Er wird nach und nach von selbst immer mehr in den Hintergrund geraten – solange du im Jetzt Dinge wagst, obwohl der Begleiter noch da ist.

Sarah

Ich bin Sarah und Psychologin (B. Sc.). Derzeit mache ich zudem meinen Master in Positiver Psychologie. Auf meinem Blog gebe ich Dir Denkanstöße dafür, wie Du Deine Ängste überwinden, mehr entspannen und Dich persönlich weiterentwickeln kannst.

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