Agoraphobie

Laut dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98) leiden 1% der Männer und 3,1% der Frauen in Deutschland (Alter: 18-65) innerhalb eines Jahres unter einer Agoraphobie. Agoraphobien beginnen durchschnittlich mit 26 Jahren und oft als Konsequenz von Panikattacken (Wittchen & Jacobi, 2004).

Eigentlich bedeutet Agoraphobie „Platzangst“ (Wittchen & Jacobi, 2004). Betroffene haben Angst oder Furcht vor jedem Ort bzw. jeder Situation, an dem/in der sie sich nicht sicher oder „gefangen“ fühlen (Davey, 2014). Das können zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel oder das Stehen in einer Warteschlange sein. Begleitet sind die Ängste bzw. Fürchte von einem starken Drang, an einen als sicher empfundenen Ort zu fliehen, beispielsweise das zu Hause.

Ungefähr ein Drittel der Betroffenen mit Agoraphobie entwickelt diese als Folge einer Panikstörung (Davey, 2014). Circa die Hälfte der Betroffenen mit Agoraphobie erlebt Panikattacken. Folglich gibt es auch einen erwähnenswerten Teil von Betroffenen mit Agoraphobie, der keine Panikattacken erlebt.

Bei Betroffenen, die unter Panikattacken leiden, beginnen die Symptome einer Agoraphobie meist innerhalb eines Jahres nach ihrer ersten Panikattacke. Grund dafür ist die Angst, eine Panikattacke in der Öffentlichkeit zu erleben.

Literaturangaben:

Davey, G. (2014). Psychopathology (2. Aufl.). Großbritannien: Wiley.

Max-Planck-Institut für Psychiatrie (2000). Zusatzsurvey „Psychische Störungen“. Verfügbar unter http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=10407::bgs98#top [22.07.2018].

Wittchen, H. & Jacobi, F. (2004). Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 21. Berlin: Robert Koch-Institut.

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