Generalisierte Angststörung

Laut dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98) leiden 1% der Männer und 2,1% der Frauen in Deutschland (Alter: 18-65) innerhalb eines Jahres unter einer Generalisierten Angststörung (GAS). Oft reicht der Krankheitsverlauf vom Jugendalter bis hin ins hohe Alter (Davey, 2014).

GAS ist vor allem gekennzeichnet durch das chronische Sorgen um und ständige Angst haben vor zukünftigen Situationen (Davey, 2014). Auch physische Symptome wie Ruhelosigkeit oder Kopfschmerzen sind oft mit der GAS verbunden.

Bis zu einem gewissen Grad empfinden viele Menschen das Sorgen als vorteilhaft. Zum Beispiel kann es uns helfen, mit herausfordernden zukünftigen Situationen besser umgehen zu können. Die Situationen können beispielsweise auf Finanzen oder die Gesundheit bezogen sein. Wer sich nicht bis zu einem gewissen Grad um seine Gesundheit sorgt, wird dadurch sehr wahrscheinlich ab einem gewissen Zeitpunkt im Leben die Konsequenzen bemerken.

Die GAS ist jedoch sehr belastend für die Betroffenen und sorgt eher dafür, dass die Probleme, um die die Betroffenen sich sorgen, schlimmer als besser gemacht werden. Außerdem sorgen Betroffene sich nicht nur um die oben genannten „notwendigen“ Dinge, sondern auch um kleinere alltägliche Dinge, die andere Menschen nicht als bedrohlich empfinden würden.

Personen, die unter einer GAS leiden, haben häufig das Gefühl, ihre Sorgen nicht kontrollieren zu können. Sie „katastrophisieren“ ihre Sorgen zudem, indem sie sich beispielsweise nicht nur darum sorgen, eine Klausur nicht zu bestehen, sondern diese Sorge immer weiterdenken. Es könnte dann bis hin zu dem Gedanken gehen, dass sie bei Nicht-Bestehen der Klausur ihr gesamtes Selbstbewusstsein verlieren und dadurch Drogen nehmen, dann zur Therapie gehen müssten und durch weitere Drogenabhängigkeit sterben werden.

Durch das Ausmalen dieser Katastrophenszenarien erleben Betroffene starke Gefühle von Angst. Sie vermeiden oft Situationen, die in ihnen Angst auslösen, schieben sie auf oder bereiten sich exzessiv darauf vor. Außerdem suchen sie oft nach Bestätigungen für ihre Ängste und Sorgen.

Literaturangaben

Davey, G. (2014). Psychopathology (2. Aufl.). Großbritannien: Wiley.

Max-Planck-Institut für Psychiatrie (2000). Zusatzsurvey „Psychische Störungen“. Verfügbar unter http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=10407::bgs98#top [21.07.2018].

Vielleicht auch interessant für dich:

Menü schließen