Panikstörung

Laut dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98) leiden 1,7% der Männer und 3% der Frauen in Deutschland (Alter: 18-65) innerhalb eines Jahres unter einer Panikstörung. Eine Panikstörung beginnt normalerweise im Jugendalter oder im frühen Erwachsenenalter; ein Beginn in der Kindheit oder nach dem 45. Lebensjahr ist eher ungewöhnlich (Wittchen & Jacobi, 2004).

Charakteristisch für eine Panikstörung sind sich wiederholende und für den Betroffenen nicht erklärbare Panik- oder Angstattacken (Davey, 2014; Wittchen & Jacobi, 2004). Diese Attacken können sowohl aus einem ruhigen Zustand, als auch aus einem ängstlichen heraus entstehen (Davey, 2014). Außerdem können sie sowohl unvorhersehbar entstehen, als auch bezogen auf spezifische Situationen wie beispielsweise das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Panikattacken sind kurz andauernd und entstehen plötzlich und unerwartet (Wittchen & Jacobi, 2004). Sie sind vor allem gekennzeichnet durch eine extrem hohe Angstreaktion, mit der Symptome wie Herzrasen, Atembeschwerden, Schwindel oder das Gefühl, zu ersticken verbunden sind. Die Angstreaktion kann so stark sein, dass die Betroffenen Angst haben, zu sterben. Betroffene haben zudem oft das Gefühl, nicht mit ihrem eigenen Körper verbunden zu sein oder in realem Kontakt mit dem, was in dem Moment um sie geschieht (= Depersonalisation; Davey, 2014).

Die meisten Menschen erleben in ihrem Leben eine Panikattacke (Davey, 2014). Eine Diagnose mit einer Panikstörung erfolgt erst dann, wenn unerwartete Panikattacken immer wiederkehren. Panikattacken sind dann zudem begleitet von Bedenken, in der Zukunft weitere Panikattacken zu erleben (Erwartungsangst) und/oder der Angst vor den Konsequenzen dieser Panikattacken. Beispielsweise haben Betroffene oft Angst, ihre Panikattacken nicht kontrollieren zu können.

Menschen, die unter einer Panikstörung leiden, passen ihr Verhalten an, um zukünftige Panikattacken zu vermeiden. Zum Beispiel vermeiden sie oft Situationen, die Panikattacken hervorrufen könnten (Davey, 2014). Ungefähr ein Drittel der Betroffenen mit einer Panikstörung entwickelt zudem eine Agoraphobie.

Literaturangaben:

Davey, G. (2014). Psychopathology (2. Aufl.). Großbritannien: Wiley.

Max-Planck-Institut für Psychiatrie (2000). Zusatzsurvey „Psychische Störungen“. Verfügbar unter http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=10407::bgs98#top [22.07.2018].

Wittchen, H. & Jacobi, F. (2004). Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 21. Berlin: Robert Koch-Institut.

Vielleicht auch interessant für dich:

Menü schließen