Soziale Phobie

Laut dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98) leiden 1,3% der Männer und 2,7% der Frauen in Deutschland innerhalb eines Jahres unter einer Sozialen Phobie (18-65 Jahre). Die Soziale Phobie beginnt in den meisten Fällen in der frühen bis späten Jugend; ab einem Alter von 25 Jahren ist der Beginn einer Sozialen Phobie eher selten (Wittchen & Jacobi, 2004).

Personen, die unter eine Sozialen Phobie leiden, haben eine starke und andauernde Furcht vor sozialen Situationen und Leistungssituationen (Davey, 2014). Diese Furcht wird ausgelöst, sobald Betroffene mit den genannten Situationen konfrontiert werden, entweder im wirklichen Leben oder in ihren gedanklichen Befürchtungen (Wittchen & Jacobi, 2004).

Situationen, die eine Angstreaktion auslösen können, sind beispielsweise etwas vor anderen Personen zu sagen oder vorzustellen, vor anderen Personen zu essen, an Veranstaltungen teilzunehmen oder Prüfungssituationen. Angstsymptome drücken sich zum Beispiel in Form von Zittern, Schwitzen oder Magendarm-Beschwerden aus und Betroffene empfinden diese Symptome ständig (Davey, 2014). In extremer Form können diese Angstreaktionen bis hin zur Panikattacke reichen.

Betroffene versuchen regelmäßig, soziale Situationen zu vermeiden, in denen eine „Blamage“ möglich wäre oder in denen sie von anderen Personen schlecht bewertet werden könnten. Wenn soziale Interaktionen stattfinden, dann meist mit starker Furcht oder Angst. Da Betroffene soziale Situationen regelmäßig vermeiden, neigen sie dazu, weniger leistungsfähig und produktiv zu sein; außerdem haben sie dadurch Schwierigkeiten, soziale Beziehungen aufzubauen (Davey, 2014).

Die Soziale Phobie ist von „normaler Schüchternheit“ abzugrenzen. Betroffene der Sozialen Phobie erleben hohe Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben und sie wissen, dass ihre Ängste eigentlich zu hoch und unbegründet sind (Wittchen & Jacobi, 2004).

Literaturangaben

Davey, G. (2014). Psychopathology (2. Aufl.). Großbritannien: Wiley.

Max-Planck-Institut für Psychiatrie (2000). Zusatzsurvey „Psychische Störungen“. Verfügbar unter http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=10407::bgs98#top [19.07.2018].

Wittchen, H. & Jacobi, F. (2004). Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 21. Berlin: Robert Koch-Institut.

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