Spezifische Phobie

Laut dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98) leiden 4,5% der männlichen und 10,8% der weiblichen deutschen Bevölkerung (18-65 Jahre) innerhalb eines Jahres unter einer Spezifischen Phobie. Sie beginnt bei 80% der Betroffenen vor dem 20. Lebensjahr, jedoch hängt das Erstauftretungsalter stark von der jeweiligen Spezifischen Phobie ab (Wittchen & Jacobi, 2004).

Spezifische Phobien beinhalten die starke, unangemessene und andauernde Furcht oder Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen (Davey, 2014). Phobische Auslöser können zum Beispiel Tiere wie Spinnen oder Schlangen sein, das Fliegen, Höhen, Zahnarztbesuche, Blut sehen, Verletzungen oder Spritzen (Wittchen & Jacobi, 2004).

Die Furcht vor plötzlichen Panik- oder Angstattacken (Merkmal einer Panikstörung und oft bei Agoraphobie) sowie die Soziale Phobie sind nicht in der Spezifischen Phobie enthalten.

Wenn Betroffene der Spezifischen Phobie mit der jeweiligen Situation bzw. dem jeweiligen Objekt konfrontiert werden, empfinden sie sofort eine starke Angst bis hin zur Panik (Davey, 2014). Sie befürchten meist bestimmte Gefahren, die das Objekt oder die Situation auslösen könnten (Wittchen & Jacobi, 2004). Beispielsweise haben manche Betroffene Angst, mit einem Flugzeug abzustürzen. Daher neigen Personen, die unter einer Spezifischen Phobie leiden dazu, die phobischen Auslöser zu vermeiden.

Personen, die unter einer Spezifischen Phobie leiden, entwickeln dysfunktionale phobische Überzeugungen (Davey, 2014). Dies sind Überzeugungen über die jeweiligen phobischen Auslöser, die dafür sorgen, dass die Spezifische Phobie bestehen bleibt. Auch, wenn Betroffene oft wissen, dass ihre Ängste vor bestimmten Objekten oder Situationen unangemessen sind, sorgen ihre phobischen Überzeugungen dafür, dass diese Ängste trotzdem aufrechterhalten bleiben. Normalerweise beinhalten diese Überzeugungen, warum der Betroffene seine Phobie als bedrohlich empfindet und wie er in der jeweiligen phobischen Situation reagiert (beispielsweise, indem er den Kontakt vermeidet).

Literaturangaben

Davey, G. (2014). Psychopathology (2. Aufl.). Großbritannien: Wiley.

Max-Planck-Institut für Psychiatrie (2000). Zusatzsurvey „Psychische Störungen“. Verfügbar unter http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=10407::bgs98#top [23.07.2018].

Wittchen, H. & Jacobi, F. (2004). Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 21. Berlin: Robert Koch-Institut.

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