Was ist Angst

Definition von Angst

„mit Beklemmung, Bedrückung, Erregung einhergehender Gefühlszustand [angesichts einer Gefahr]; undeutliches Gefühl des Bedrohtseins“.

Duden

Wenn man also eine Bedrohung wahrnimmt, entsteht ein Gefühl, das als beklemmend empfunden wird. Es ist dabei wichtig zu erwähnen, dass Angst zunächst eine Emotion ist, die uns hilft, in Gefahrensituationen entweder zu fliehen, zu kämpfen („Fight-or-Flight“) oder zu erstarren (Vaas, 2000). Daher ist Angst eine notwendige Emotion, um unser Überleben zu sichern.

Angst kann nützlich sein

Angst ist also „normal“ und jeder Mensch auf dieser Welt erlebt sie. Als eine adaptive Emotion hilft sie uns, mit als bedrohlich empfundenen Situationen und Herausforderungen umzugehen, indem Erregung und Reaktionsvermögen erhöht werden (Davey, 2014). Dadurch können wir effektiver handeln, sind aufmerksamer und können Probleme besser lösen.

Angststörungen

Viele Menschen haben jedoch Schwierigkeiten, mit ihrer Angst umzugehen. Laut Davey (2014) leiden 30-40% der Menschen in westlichen Gesellschaften unter angst-basierten Problemen. Wenn die Angst so stark wird und zudem angebunden ist an unangebrachte Situationen, kann sich aus der zunächst „normalen“ Angst eine Angststörung entwickeln. Laut dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98) leiden 14,2% der deutschen Bevölkerung (18-65 Jahre) innerhalb eines Jahres unter einer klinischen Angststörung, Frauen dabei deutlich häufiger als Männer (Max-Planck-Institut für Psychiatrie, 2000).

Physische und kognitive Eigenschaften von Angst

Unterscheiden kann man zwischen physischen und kognitiven Eigenschaften von Angst (Davey, 2014). Physische Eigenschaften der Angst sind zum Beispiel Muskelspannung, ein trockener Mund, Zittern, Schwitzen oder Schwierigkeiten, zu schlucken. Extreme Formen physischer Eigenschaften sind zum Beispiel Schwindel, chronische Müdigkeit, Schlafstörungen, unregelmäßiger Herzschlag, Durchfall, sexuelle Probleme oder Albträume.

Kognitive Eigenschaften von Angst sind zum Beispiel Gefühle von Besorgnis, die normalerweise entstehen, wenn eine als bedrohlich empfundene Situation bevorsteht. Betroffene denken dann in erhöhtem Maße über die Bedrohung nach, empfinden sie als „Katastrophe“ und sorgen sich über die möglichen Konsequenzen der Bedrohung. Manchmal haben Betroffene unkontrollierbare Flash-Backs von Traumata oder vergangen Erfahrungen, die in ihnen Angst auslösen.

Angst, Furcht und Panik

Wichtig zu wissen ist zudem, dass Angst und Furcht in der Psychologie nicht als gleichbedeutend angesehen werden. Zwar sind die Bedeutungen sich sehr ähnlich, es gibt jedoch einen zentralen Unterschied. Angst ist nicht objektbezogen, wohingegen Furcht auf ein Objekt bezogen ist (Vaas, 2000). Das heißt, dass Furcht auf eine äußere Gefahr gerichtet ist – beispielsweise gibt es Personen, bei denen nur der Anblick einer Vogelspinne Furcht auslöst. Angst ist dagegen eher unbestimmt – zum Beispiel kann die Vorstellung, was eine Vogelspinne alles tun könnte, Angst auslösen.

Panik ist eine extreme Form von Angst. Betroffene sind in einem plötzlich auftretendem, starken Angstzustand, oft ohne erkennbaren Grund (Spektrum.de, 2000). Daher kann man Panik meist nicht vorhersehen.

Literaturangaben

Davey, G. (2014). Psychopathology (2. Aufl.). Großbritannien: Wiley.

Duden (o. D.). Angst, die. Verfügbar unter https://www.duden.de/rechtschreibung/Angst [18.07.2018].

Max-Planck-Institut für Psychiatrie (2000). Zusatzsurvey „Psychische Störungen“. Verfügbar unter http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=10407::bgs98#top [18.07.2018].

Spektrum.de (2000). Panik. Verfügbar unter https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/panik/11117 [26.07.2018].

Vaas, R. (2000). Angst. Verfügbar unter https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/angst/641 [18.07.2018].

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