5 Dinge, die Du gegen Eifersucht tun kannst

5 Dinge, die Du gegen Eifersucht tun kannst

Der Duden definiert Eifersucht als eine

„starke, übersteigerte Furcht, jemandes Liebe oder einen Vorteil mit einem anderen teilen zu müssen oder an einen anderen zu verlieren“.

Wenn man eifersüchtig ist, hat man also oft Verlustängste. Man hat zum Beispiel Angst, eine geliebte Person könnte eine andere Person kennenlernen, die „besser“ ist als man selbst. Dadurch entsteht eine ständige Sorge darum, dass die geliebte Person irgendwann nicht mehr da ist bzw. man sie (an jemand anderen) verliert.

Eifersucht ist erst einmal „normal“ ist und wird zum Beispiel auch von Kindern empfunden, wenn beispielsweise die Eltern nur Zeit miteinander verbringen, anstatt etwas mit dem Kind zu unternehmen. Auch, wenn man schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht hat und ein Ex-Partner beispielsweise fremdgegangen ist, ist Eifersucht verständlich.

Trotzdem schadet stärkere Eifersucht in meinen Augen mehr, als dass sie nützlich ist. Katastrophengedanken wie „Mein Freund redet schon wieder mit ihr. Bestimmt findet er sie besser als mich. Ich bin nichts wert und bestimmt verlässt er mich für sie.“ ziehen sowohl das eigene Selbstwertgefühl immer weiter runter, als auch die Qualität der Beziehung.

Eifersucht

Vielleicht hast du schlechte Erfahrungen gemacht und dein Ex-Partner bzw. deine Ex-Partnerin ist fremdgegangen – aber nützen tut dir deine starke Eifersucht in der neuen Beziehung trotzdem nicht. Vielleicht gehst du nun vorsichtiger an die neue Beziehung heran und brauchst länger, um Vertrauen aufzubauen. Das ist in meinen Augen völlig in Ordnung und verhindert, dass du naiv an neue Personen herangehst. Trotzdem gibt es einen Unterschied zwischen Vorsicht und starker Eifersucht, die letztendlich zu „Eifersuchtsattacken“ führt und eurer Beziehung eher schadet als alles andere.

„Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“ (Franz Grillparzer)

Wie kann ich nun gelassener bleiben, wenn ich am liebsten in einer Eifersuchtsattacke „ausbrechen“ möchte?

Kurzfristig & im Moment der Eifersucht

  1. STOP-Methode

Wir reagieren auf einen Reiz mit einer bestimmten Reaktion. Zum Beispiel würdest du vielleicht gerne auf das Sprechen deines Freundes mit einer anderen Frau mit Anschreien reagieren. Doch wäre das wirklich hilfreich? Würde das eure Beziehung voranbringen, oder würde es vielleicht eher für einen immer wiederkehrenden Konflikt zwischen euch sorgen, der eure Beziehung am Ende sogar kaputt machen könnte?

STOP-Methode

Auf einen Reiz folgt immer eine Reaktion, aber den Weg zwischen Reiz und Reaktion kannst du bewusst beeinflussen. Dabei kann dir die STOP-Methode helfen:

  • Stopp. Halte einen Moment inne und unterbreche den sonst bei dir automatisch ablaufenden Prozess von Reiz und Reaktion.
  • Tief durchatmen. Atme tief ein und vor allem auch lange wieder aus. Das hilft dir, dich zu beruhigen und zu verhindern, dass du deinem Freund z. B. direkt eine Szene machst, was er sich denn dabei denke, mit einer anderen zu sprechen.
  • Observe – beobachte, was in dir vorgeht und akzeptiere es. Die Eifersucht kocht wahrscheinlich in diesem Moment in dir auf. Und das ist auch „normal“ – schließlich hast du dir dieses Muster angewöhnt und vielleicht sogar einen für dich guten Grund dafür. Es bringt dir in diesem Moment nichts, dir Selbstvorwürfe zu machen. Nimm einfach hin, was du gerade empfindest, ohne darauf zu reagieren.
  • Proceed – mache nun weiter und reagiere bewusst. Du hast dir vor dieser Reaktion einen Moment Zeit genommen und kannst jetzt mit einem „kühlen Kopf“ entscheiden, wie du reagieren möchtest. Ist es wirklich sinnvoll, gerade in einem Eifersuchtsanfall auszubrechen? Oder reagierst du vielleicht über? Ist es vielleicht sinnvoll, mit deinem Freund über deine momentanen Gefühle zu sprechen? Vielleicht kann dir dabei sogar deine Sorge genommen werden. Du kannst dich an diesem Zeitpunkt auch an die Dinge erinnern, die dir in der Vergangenheit bewiesen haben, dass dein Freund dich liebt. (Fällt dir dazu nichts ein, solltest du vielleicht allgemein die Beziehung überdenken).

Mit Hilfe dieser STOP-Methode kannst du deine sonst automatisch aufkommenden Katastrophengedanken „bändigen“. Du kannst dadurch bewusst entscheiden, welche Reaktion für dich angemessen erscheint, ohne direkt auf den ersten Impuls einzugehen, den dein Kopf dir vorschreibt.

  1. Perspektivwechsel

Perspektivwechsel

Was auch helfen kann, ist, dir vorzustellen, wie es wäre, wenn du beispielsweise mit einer Person des anderen Geschlechts redest und dein Partner dir danach oder währenddessen eine Szene macht.

Das kannst du auch in Kombination mit der oben genannten STOP-Methode tun. Unterbreche den automatischen Vorgang von Reiz und Reaktion. Atme tief durch und nimm wahr, was du gerade fühlst – akzeptiere es für den Moment. Dann mache weiter, indem du dich in die Perspektive deines Partners hineinversetzt. Wie würdest du dich fühlen, wenn du an seiner Stelle wärst und es für dich eigentlich nur ein lockeres Gespräch mit einer andersgeschlechtlichen Person wäre, dein Partner aber mit einer Eifersuchtsattacke reagiert?

Vielleicht kannst du hierbei feststellen, dass du anders reagieren solltest, als du es vielleicht sonst tun würdest. Anstatt deinem Partner eine Szene zu machen und in einem Eifersuchtsanfall auszubrechen, stellst du nun vielleicht fest, dass es eigentlich keinen Grund zur Eifersucht gibt und dein Partner eben sehr wahrscheinlich „nur redet“ – ohne Hintergedanken.

Langfristig und vor allem außerhalb der „Eifersuchts-Momente“

  1. Stärke dein Selbstwertgefühl

Selbstwertgefühl stärkenWenn du dich selbst nicht wertschätzt und ständig das Gefühl hast, dass andere Personen besser sind als du, ist es sicherlich schwierig, nicht eifersüchtig zu sein. Du wirst ständig denken, dass du weniger wert bist und dir Dinge einreden wie „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden“. Das ist natürlich nicht sonderlich hilfreich, wenn du dich von deiner Eifersucht loslösen möchtest.

Ich weiß selbst, dass es leichter gesagt ist als getan, sein Selbstwertgefühl aufzubauen. Trotzdem ist das in meinen Augen ein Prozess, den wir alle unser ganzes Leben lang verfolgen sollten. Was zeichnet uns aus? Was sind unsere Stärken? Das sind unter anderem wichtige Fragen, die uns dabei helfen können, uns selbst mehr wertzuschätzen.

  1. Baue dein Vertrauen in andere Personen auf

Wenn du dich selber wertschätzt und zudem vertraust, hast du schon sehr viel erreicht. Jetzt gilt es zu lernen, auch anderen Personen zu vertrauen. Das ist wieder leichter gesagt als getan – jedoch unerlässlich, um Eifersucht vermeiden zu können. Du brauchst unbedingt Vertrauen in andere, um sicherzustellen, dass du z. B. nicht direkt bei jedem Gespräch, dass dein Partner mit einer andersgeschlechtlichen Person führt, an die Decke gehst. Vertraust du in deinen Partner und bist dir sicher, dass er nur dich liebt und dir treu ist, hat sich das Eifersuchts-Thema erübrigt.

  1. Übe und hab Geduld mit dir!

Alles, worüber ich in diesem Blog-Beitrag geschrieben habe, braucht natürlich Übung. Wende die STOP-Methode immer und immer wieder an, um nicht automatisch auf jeden Reiz zu reagieren. Versetze dich immer wieder in die Lage des Gegenübers um zu prüfen, ob deine Gedanken angemessen sind.

Und mache es dir zur Lebensaufgabe, dich persönlich immer weiterzuentwickeln, dein Selbstwertgefühl zu stärken und dann auch Vertrauen in andere Personen zu gewinnen. Selbsterfüllende Prophezeiungen können nämlich auch positiv sein. Wenn du denkst, dass du liebenswert und wertvoll bist, wirst du dies sehr wahrscheinlich auch auf andere Menschen ausstrahlen – die dich dementsprechend behandeln.

Literaturangaben

Duden (o. D.). Eifersucht, die. Verfügbar unter https://www.duden.de/rechtschreibung/Eifersucht [04.08.2018].

Sarah

Ich bin Sarah, 22 Jahre alt und stecke mitten im Psychologie-Studium. Auf meinem Blog zeige ich dir, wie du Ängste und Stress in den Griff bekommst, mehr entspannst und dich persönlich weiterentwickelst.

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