Warum Entspannungsverfahren bei der Angstüberwindung so wichtig sind

Warum Entspannungsverfahren bei der Angstüberwindung so wichtig sind

Wenn du Angst vor etwas hast, ist es möglich, dass du bei dem Gedanken an die Situation oder das Objekt schon Angstsymptome entwickelst. Vielleicht fängst du an zu schwitzen, dein Herz schlägt schneller oder du kriegst einen Kloß im Hals. Schwer vorstellbar also, dass du dich jemals ohne Angstgefühle dieser Situation stellen kannst bzw. die Angst vor einem bestimmten Objekt überwinden wirst.

Vielleicht überwindest du dich sogar manchmal dazu, dich deiner Angst du stellen. Vielleicht hältst du trotz deiner Redeangst einen Vortrag. Und vielleicht wird deine Redeangst dadurch sogar besser – vor allem, je öfter du dies tust und je öfter du feststellst, dass deine Befürchtungen in der Realität gar nicht eintreten.

Es ist aber sehr hart, sich trotz starker Ängste einer Situation zu stellen. Und das auch noch regelmäßig. Jedes Mal muss man sich mit seinen Angstsymptomen auseinandersetzen. Und vor allem kann man nichts tun, wenn die Angst einen doch mal überrollt.

Damit möchte ich nicht sagen, dass es schlimm ist, wenn du Angst hast oder eine andere Person deine Angst sieht. Ich weiß aber, dass Angstgefühle für einen selbst nicht schön sind – vor allem, wenn man das Gefühl hat, nichts gegen sie tun zu können. Entspannungstechniken können eine Art Assistent für dich sein. Hast du eine oder mehrere Techniken erlernt, können sie dich durch deine „Angst-Situationen“ begleiten.

Verändere deine Gedanken, Gefühle und Angstsymptome durch Entspannungsverfahren

Ich habe bereits in einem anderen Artikel erklärt, dass Gedanken, Gefühle und Verhalten eng miteinander verknüpft sind. So kannst du deine Gefühle verändern, indem du entweder deine Gedanken oder dein Verhalten änderst. Einfacher ist es, dein Verhalten zu verändern – was wiederum deine Gedanken beeinflusst.

Entspannungsverfahren sind eine Verhaltensweise. Du kannst diese Verhaltensweise also dazu nutzen, um deine Gedanken zu beeinflussen. Hast du also beispielsweise Redeangst und dir steht ein Vortrag bevor, kannst du eine Entspannungsmethode anwenden. Durch diese Entspannung wirst du anders denken. Du wirst vermutlich optimistischer sein, den Vortrag zu meistern, ohne eine Panikattacke zu bekommen. Dadurch wirst du dich wiederum „freier“ fühlen. Freier von Angst (das bedeutet nicht, dass du gar keine Angst mehr haben musst) und eher bereit dazu, den Vortrag zu halten.

Zudem kannst du deine physischen Angstsymptome verringern. Ein häufiges Angstsymptom ist die schnelle Atmung, die möglicherweise zum Hyperventilieren führen kann. Durch das Anwenden einer Atemübung (siehe unten) kannst du dem bewusst entgegenwirken.

Entspannungsverfahren als „Mittel zum Zweck“

Entspannungstechniken als solche nehmen dir sehr wahrscheinlich nicht völlig deine Angst. Du musst dich schon mit den Situationen oder Objekten auseinandersetzen, vor denen du dich fürchtest (wie genau das funktioniert, habe ich bereits im Blogbeitrag der Systematischen Desensibilisierung beschrieben).

Die Techniken sind also eher ein Mittel zum Zweck. Du hast durch sie Methoden an der Hand, die dich durch die Angst-Situationen begleiten. Wichtig zu wissen ist auch, dass du die Entspannungsverfahren natürlich nicht nur vor, sondern auch während der Angst-Situation anwenden kannst. So lenkst du dich von deiner Angst ab und beruhigst dich innerlich, was dir dabei hilft, die Situation zu meistern.

Wie gesagt: Erwarte nicht, dass du durch die Entspannungstechniken allein plötzlich angstfrei bist. Es ist völlig normal, dass du noch Angst empfindest. Deine Gedanken an bestimmte Dinge lösen unfreiwillig Ängste bei dir aus, da du darauf konditioniert bist. Das heißt, dass auf einen Reiz (wie z. B. einen bevorstehenden Vortrag) unfreiwillig eine Reaktion (Angstsymptome) folgt. Nutze die Entspannungsverfahren auf deinem Weg, auf dem du deine Angst Stück für Stück wieder „verlernst“ bzw. umlernst und feststellst, dass deine Angst gar nicht notwendig ist.

Beispiele für Entspannungsverfahren

Hier stelle ich dir kurz zwei Beispiele für Entspannungsverfahren vor:

  • Atemübungen. Ein Beispiel ist, einfach tief ein und vor allem laaange wieder auszuatmen. Das wiederholst du einige Male, bis du ruhiger geworden bist. Das hilft dir, herunterzukommen und ist hilfreich vor und während einer Angst-Situation. Ein weiteres Beispiel ist, tief einzuatmen, die Luft für einige Sekunden anzuhalten, laaange auszuatmen, die Luft für einige Sekunden anzuhalten, wieder tief einzuatmen, etc. – so lange, bis du innerlich ruhiger geworden bist. Wichtig ist also vor allem die lange Ausatmung.
  • Progressive Muskelentspannung. Hier werden nach und nach verschiedene Muskelgruppen an- und wieder entspannt. Ich habe zur Progressiven Muskelentspannung bereits einen ausführlichen Beitrag verfasst, inklusive Video. Klicke also gerne auf den Link, wenn du daran interessiert bist.

Sarah

Ich bin Sarah, 22 Jahre alt und stecke mitten im Psychologie-Studium. Auf meinem Blog zeige ich dir, wie du Ängste und Stress in den Griff bekommst, mehr entspannst und dich persönlich weiterentwickelst.

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