Zu viel Stress? – Yoga hilft, um zu entspannen (Gastbeitrag)

Zu viel Stress? – Yoga hilft, um zu entspannen (Gastbeitrag)

Warst du schon einmal beim Yoga? Dann weißt du bestimmt, wovon ich spreche. Denn nach einer Yoga Stunde fühlen wir uns meist entspannter, leichter, und einfach in Balance. Warum das so ist, wollen wir im heutigen Blogartikel beleuchten.

Ist Yoga nur Sport?

Nein, Yoga ist viel mehr als nur das, und genau deshalb hat es so besondere Auswirkungen auf unseren Körper und Geist. Bei uns im Westen wird Yoga oft als körperliche Praxis unterrichtet, das heißt hauptsächlich durch sportliche Posen, sogenannte Asanas, auf der Matte im Yoga Studio.

In Indien ist dies tatsächlich nur ein kleiner Teil der gesamten Yoga Praxis, denn neben Verhaltensregeln mit einem Selbst und seiner Umwelt gibt es auch noch den Auftrag seine Sinne zurückzuziehen, regelmäßige Meditation und den Weg zur Erleuchtung. Obwohl wir also nur einen kleinen Teil des Yoga Weges in einer 90min-Klasse kennenlernen, spüren wir schon die positiven Effekte davon.

Wie uns Yoga auch abseits der Matte hilft

Natürlich hilft Yoga auch unserer Fitness und Flexibilität. Wer nur über ein paar Wochen regelmäßig praktiziert, wird merken, dass er schon deutlich an Beweglichkeit und Muskeln gewonnen hat. Nebenbei verbessert sich aber auch unsere Selbstwahrnehmung und die Verbindung mit unserem Körper. Denn während der Yogapraxis lenken wir unsere Aufmerksamkeit oft auf ein bestimmtes Körperteil, spüren nach einer Asana, was sich verändert hat.

Im Alltag verlieren wir oft diese Verbindung zu uns selbst und merken so manchmal auch gar nicht, wenn etwas außer Balance gerät und wir dabei sind, uns eine Krankheit einzufangen. Diese Verbindung wird durchs Yoga wieder gestärkt, wir üben den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, nehmen bewusst wahr was im Körper und Geist passiert und automatisch werden wir auch ins Hier und Jetzt zurückgeholt. Denn Körperwahrnehmungen wechseln jede Sekunde, was ich jetzt gerade spüre, kann im nächsten Moment schon wieder vorbei sein.

Wir lernen also den Moment zu genießen, und im gegenwärtigen Moment komplett bei uns zu sein. Gleichzeitig lernen wir auch, dass schwierige Momente wieder vorbeigehen, zum Beispiel wenn wir für ein paar Atemzüge eine schwierige Position halten, und dann wieder loslassen. Diese innere Einstellung hilft uns auch im Alltag gelassener zu werden und mit Stresssituationen umzugehen. Was du auf der Matte lernst, ist also nicht nur fürs Yoga, sondern für das ganze Leben.

Was bewirkt die Atmung beim Yoga?

Atemmeditation

Im direkten Vorher/Nachher-Vergleich bei einer Yoga Stunde merken wir, dass unser Atem tiefer und voller ist. Das liegt daran, dass eigentlich die komplette Yogapraxis eine Atemmeditation ist. Keine Bewegung wird ohne Atem ausgeführt, der Wechsel der Positionen ist immer mit unserer Ein- oder Ausatmung abgestimmt. Während der gesamten Yogapraxis sollen Schüler darauf achten, einen tiefen und vollen Atem zu haben. Auch in anstrengenden Sequenzen halten wir einen ruhigen Atemrhythmus.

Das hat zur Folge, dass wir während dem Yoga dauerhaft unseren Parasympathikus aktivieren. Der Parasympathikus ist Teil unseres Nervensystems und steuert unseren Regenerations- oder Entspannungsmodus. Er ist also dafür verantwortlich, dass sich unser Körper erholen kann, der Blutdruck und die Herzfrequenz in ihrem Rhythmus bleiben. Ganz nebenbei regelt er auch noch die Verdauung und hat damit großen Einfluss auf unseren Stoffwechsel. Diese Vorgänge sind wichtig, um gesund zu bleiben. Ohne Erholung kein Wachstum.

Alleine die yogische Atmung hat schon eine sehr große Wirkung auf unseren Parasympathikus, aber auch die langsamen, kontrollierten Bewegungen beim Yoga tragen seiner Aktivierung bei. Damit alle Vorgänge in unserem Körper im Gleichgewicht bleiben, ist eine Harmonie zwischen dem Parasympathikus und seinem Gegenstück, dem Sympathikus,absolut wichtig.

Leider sind wir aus unserem hektischen Alltag aber eher den aktiven Sympathikus gewohnt, welcher zwar ebenfalls lebensnotwendige Funktionen erfüllt, dauerhaft aktiviert aber zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Eigentlich sollte der Sympathikus nur aktiv sein, wenn wir uns in Stresssituationen befinden, deshalb führt er zu einem erhöhten Herzschlag, schnellem, flachem Atem und schüttet Adrenalin aus. Betrachtet man den Menschen in der Steinzeit, war diese Funktion lebensnotwendig, damit er sich im Kampf mit Tieren wehren und schnell reagieren konnte.

Heutzutage ist der Sympathikus aber nicht aktiv wenn wir mit wilden Tieren kämpfen, sondern wenn wir von einem Meeting zum nächsten hechten und uns abends beim Sport auspowern, bevor wir dann noch schnell Freunde treffen, da man für sein Privatleben ja auch noch Zeit haben will – der übervolle Kalender ist bestimmt einigen von euch bekannt. Diese Überbeanspruchung des Sympathikus über einen längeren Zeitraum kann zu Dysbalancen wie erhöhtem Blutdruck oder Verdauungsproblemen führen und schadet damit unserer Gesundheit. 

Der wichtigste Teil der Yoga Praxis

Shavasana

Bevor einen der Yoga Lehrer wieder ins normale Leben zurück schickt, gibt es immer die Endentspannung, Shavasana. Im Shavasana liegen wir in einer entspannten Haltung am Rücken, Beine und Arme ein Stück weit vom Körper entfernt und locker, und schließen für ein paar Minuten die Augen. Diese Haltung wird auch Totenstellung genannt und am Ende jeder Praxis eingenommen – denn sie ist auch die wichtigste Asana und muss Teil jeder Praxis sein. In dieser Zeit kann der Körper sich nochmal komplett entspannen und den Bewegungen nachspüren.

Shavasana ist keine Meditation, bei der man sich auf etwas Bestimmtes wie den Atem fokussiert, aber es hilft das Bewusstsein am Körper zu lassen und zum Beispiel der Vibration oder der Energie im Körper nachzuspüren, um sich nicht in Gedanken zu verlieren. Diese 5-10 Minuten helfen Stress und Anspannung zu lösen und tragen so dem leichten Gefühl nach einer Yoga Stunde bei. Für manche Yogis ist dies aber auch die schwierigste Asanas, da sie uns manchmal an die Grenzen unseres Bewusstseins bringen kann, aber mit ein bisschen Übung wirst auch du die Vorteile des Shavasanas kennenlernen, und dich immer mehr auf diese absolute Entspannung freuen!

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Einblick in die Yoga Welt und seine Wirkungen auf unseren Geist dabei helfen, die positiven Wirkungen zu verstehen – und vielleicht habt ihr ja ganz nebenbei auch Lust darauf bekommen jetzt auf die Matte zu springen 😉

Herzensmensch

Über die Autorin

Ich heiße Anna und bin Yogalehrerin und Bloggerin auf www.herzensmensch.at. Neben Yoga sind meine Herzensthemen Persönlichkeitsentwicklung, Ayurveda und ein gesunder Lifestyle. Auch auf Instagram findest du unter @herzensmensch.at regelmäßig Updates aus meiner Yoga Welt. Ich freu mich über neue Gesichter, also schau gerne bei mir vorbei 🙂

Sarah

Ich bin Sarah, 22 Jahre alt und stecke mitten im Psychologie-Studium. Auf meinem Blog zeige ich dir, wie du Ängste und Stress in den Griff bekommst, mehr entspannst und dich persönlich weiterentwickelst.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Halllo!

    Ich selbst habe mich vor meinen beiden Schwangerschaften nie für Yoga interessiert, aber seit meine Kinder meinen Alltag auf den Kopf gestellt haben, gerate ich in Stresssituationen und kann mich nie wirklich entspannen. Seit etwa zwei Monaten allerdings versuche ich mich an dieser Methode der Entspannung und fühle mich dementsprechend ausgeglichener. In unserem Urlaub in Südtirol, von dem wir kürzlich zurückgekommen sind, habe ich diese Entspannungs-Methode zum ersten Mal ausprobiert. Ich habe mich selten so gut erholt gefühlt!

    Gruß,
    Tamara

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